Läufer (er)leben mehr!

Teil 1:

Eine kleine Geschichte:
 
Der Moment, wenn man losläuft um zwei Strava-Segmente während eines 25km Laufes zu holen. Gleichzeitig aber noch Höhenmeter sammeln will. Eigentlich recht einfach…. Bis man merkt das man sich verlaufen hat. Klar, irgendwo vor mir ist der Fuchstanz aber bis da hin ist es für meine geplanten Kilometer zu weit. Ein paar Kilometer hinter mir soll die Hohemark sein aber ich will nicht einfach umdrehen. Also sinnlos weiter?… Wohin? Kein Plan. Einfach weiter und dann? „Fuchstanz“ ist nicht mehr ausgeschildert, die Hohemark liegt hinter mir und ich steh auf ner Kreuzung. Einfach links lang. Links ist immer gut oder so. Blöd! Jetzt gehts viel zu viel bergab, meine armen Gelenke. Also ab in den Wald. Wieder bergauf und ehe ich es mich versehe ist der Weg weg. Ich stehe mitten im nichts. Andere nennen es Trail, ich denke mir „mist“. Schuhe nass, Hose nass, Shirt nass, es regnet und ich weiß noch immer nicht wo ich bin. Einfach weiter laufen. Ich entscheide mich wieder für links und komme irgendwann an eine Straße. Keine Ahnung wo ich bin aber Straßen haben Schilder und die sagen einem gerne wo man ist und wo man lang will. Tadaa…. Tatsächlich ist Oberursel ausgeschildert. Sind ja nichtmal ganz 10Kilometer. Sehr nett. Also dann, auf gehts. Irgendwann sehe ich sogar ein Schild „Hohemarkt U“ wie geil ist das denn…. Auf gehts. Wieder Waldwege, einige Singletrails und immer den Schildern so im groben folgen. Plötzlich gehts wieder, welch überraschung links lang. Durch einen Zaun? Ja, da ist echt eine unverschlossene Tür eingebaut. Lustig! Weiter, immer weiter durch den Wald und den Schildern folgen. Plötzlich bin ich bei der Hohemarkt. All das, nur weil ich noch 2 Segmente holte und daher an Orten lief die mir unbekannt waren. Achso und am Ende stand ich genau mit 25,01km vor meiner Haustür. Alles richtig gemacht. Manchmal muss man halt einfach nur weiter laufen und zwischendrin links abbiegen.

28.10.2018 Frankfurt Marathon

„FCK, es geht los“

Eigentlich wollte ich ja erst in Frankfurt beim Marathon an den Start gehen, wenn ich theoretisch in der Lage bin diesen in 2:20h zu finishen. Da es aber der 37.Frankfurter Marathon war und die 37 meine Zahl ist, konnte ich nicht anders als zu starten.

Start 10:00h:
Ich stehe schon um 09:50h an der Startlinie… und friere. Eiskalt. Einige Läufer stehen hier mit Rettungsdecke, einige mit Jacke oder Pullover die sie kurz vor dem Start aus den Startbereich über den Zaun werfen. Das mit den Rettungsdecken mache ich beim nächsten Mal auch, denke ich mir.

Startschuss: Der Block setzt sich in Bewegung, meine Gedanken: FCK, es geht los und ich bin mittendrin. Unser Startbereich, etwa 100m vor der eigentlichen Linie. Es ist ein Gedränge und Geschubse. Jeder will so gut es geht vor dem anderen laufen. Ich versuche bloß zu laufen. Es geht ziemlich leicht voran. Zu leicht. Ich checke die Uhr. Meine Pace sagt: 3:28min beim ersten Kilometer. Zu schnell. Tempo raus nehmen und andere überholen lassen. Ich versuche die Pace auf 3:33min/km zu kommen aber auch der zweite KM ist zwei Sekunden zu schnell. Oke, anpassen, nicht denken, laufen. Ehe ich mich versehe laufe ich schon an KM5 vorbei und bald darauf an KM10, den ich ziemlich genau nach 36min überlaufe. Alles nach Plan. Bis zum Halbmarathon sind es noch 11km und geplant ist der bei etwa 1:16h. Auch hier läuft noch alles wie gewollt. HM in 1:16:41 und voll in Time. Ab jetzt wollte ich mir auf Anraten von Freunden und bekannten eine Gruppe suchen und im Windschatten laufen. Die zweite Hälfte war in 1:15h angedacht. Aber – No Way. Keine Gruppe, der Wind und leichte Atemprobleme (wohl wegen des Windes?). Während bis KM25 das Tempo noch weitgehends gehalten werden konnte liefen wir aber auch immer deutlicher gegen den Wind. Keine Chance, nicht mein Tag und ich werde langsamer. Aus den 2:30-2:35h wurde jetzt ein „gib nicht auf, du bist gleich im Ziel“. Ich weiß was ich kann. Aufgeben gehört nicht dazu. Kämpfen schon. Ich werde überholt und überhole andere. Die letzten 4KM. Ziellinien fight. Kurz nochmal mit dem Wind laufen und dann wieder 2km dagegen. Der Startbogen ist in Sichtweite, das Ziel zum Greifen nah. Da ist die Halle, der rote Teppisch, das Ziel. Durch… 2:40:20 … unzufrieden (Wenigstens Platz 237 und damit wieder eine 37 dabei). Raus aus der Halle. Medallie abholen, was trinken und merken wie die Beine jetzt dicht machen. Das wars…. Nächstes Mal 2:30? Auf jeden Fall Sub 2:40h!

2 Gedanken zu „Läufer (er)leben mehr!

  1. Lieber Basti,
    wir stehen voll hinter dir und unterstützen dich soweit wie möglich, damit du deine sehr hohes Ziel erreichen kannst. Wir drücken dir die Daumen, bei jedem Lauf und bei jedem Wettkampf.

    Deine Familie aus dem Norden

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