Wettkämpfe, Berichte & Zeiten

28.10.2018 Frankfurt Marathon

 

„FCK, es geht los“

Eigentlich wollte ich ja erst in Frankfurt beim Marathon an den Start gehen, wenn ich theoretisch in der Lage bin diesen in 2:20h zu finishen. Da es aber der 37.Frankfurter Marathon war und die 37 meine Zahl ist, konnte ich nicht anders als zu starten.

Start 10:00h:
Ich stehe schon um 09:50h an der Startlinie… und friere. Eiskalt. Einige Läufer stehen hier mit Rettungsdecke, einige mit Jacke oder Pullover die sie kurz vor dem Start aus den Startbereich über den Zaun werfen. Das mit den Rettungsdecken mache ich beim nächsten Mal auch, denke ich mir.

Startschuss: Der Block setzt sich in Bewegung, meine Gedanken: FCK, es geht los und ich bin mittendrin. Unser Startbereich, etwa 100m vor der eigentlichen Linie. Es ist ein Gedränge und Geschubse. Jeder will so gut es geht vor dem anderen laufen. Ich versuche bloß zu laufen. Es geht ziemlich leicht voran. Zu leicht. Ich checke die Uhr. Meine Pace sagt: 3:28min beim ersten Kilometer. Zu schnell. Tempo raus nehmen und andere überholen lassen. Ich versuche die Pace auf 3:33min/km zu kommen aber auch der zweite KM ist zwei Sekunden zu schnell. Oke, anpassen, nicht denken, laufen. Ehe ich mich versehe laufe ich schon an KM5 vorbei und bald darauf an KM10, den ich ziemlich genau nach 36min überlaufe. Alles nach Plan. Bis zum Halbmarathon sind es noch 11km und geplant ist der bei etwa 1:16h. Auch hier läuft noch alles wie gewollt. HM in 1:16:41 und voll in Time. Ab jetzt wollte ich mir auf Anraten von Freunden und bekannten eine Gruppe suchen und im Windschatten laufen. Die zweite Hälfte war in 1:15h angedacht. Aber – No Way. Keine Gruppe, der Wind und leichte Atemprobleme (wohl wegen des Windes?). Während bis KM25 das Tempo noch weitgehends gehalten werden konnte liefen wir aber auch immer deutlicher gegen den Wind. Keine Chance, nicht mein Tag und ich werde langsamer. Aus den 2:30-2:35h wurde jetzt ein „gib nicht auf, du bist gleich im Ziel“. Ich weiß was ich kann. Aufgeben gehört nicht dazu. Kämpfen schon. Ich werde überholt und überhole andere. Die letzten 4KM. Ziellinien fight. Kurz nochmal mit dem Wind laufen und dann wieder 2km dagegen. Der Startbogen ist in Sichtweite, das Ziel zum Greifen nah. Da ist die Halle, der rote Teppisch, das Ziel. Durch… 2:40:20 … unzufrieden (Wenigstens Platz 237 und damit wieder eine 37 dabei). Raus aus der Halle. Medallie abholen, was trinken und merken wie die Beine jetzt dicht machen. Das wars…. Nächstes Mal 2:30? Auf jeden Fall Sub 2:40h!

 

08.09.2018

„Die Geschichte des vergangenen Jahres wiederholte sich bei der Bad Sodener Halbmarathonstrecke von 21,1 Kilometer, als Dominic Stahl (Ich) vom Team #Breaking1 nach 1:24:39h bei den Männern und Aysegül Weber vom LC Olympia Wiesbaden nach 1:34:24 bei den Frauen wie vor einem Jahr als Erste ins Ziel kamen.

Dominic Stahl lieferte sich ein spannendes Duell mit Thomas Sender aus Montabaur (1:25:13h) der lange mit Stahl gleichauf lag und sogar einen Vorsprung von 100 Meter herausgelaufen hatte. Aber der Vorjahressieger (also ich) hatte mehr Reserven und erreichte als erster das Ziel“

++Soviel zur Sicht der Frankfurter Presse in Zusammenhang zu meinen Aussagen und den Fakten aus 2017++

 

Nun zu meinem Erlebnis:

Start-Ziel-Sieg:// Der Start war überragend. Ich konnte locker in Führung gehen und dank Vorkenntnisse aus 2017 die erste Kurve ohne Tempoverlust laufen. Easy rechts herum und bergauf. Keine Ahnung wie weit der zweite hinter mir ist aber ich weiß, das ein ehemaliger Weltmeister (aus 2015) vom 100km Lauf irgendwon da ist und mir meinen Platz streitig machen will. Außerdem sind da ja noch viele Halbmarathonis aus ganz Deutschland die gerne aufs Podium wollen. Pech, denn auch ich kam zum Gewinnen her! Die ersten 8km lief das auch alles wirklich gut, aber dann … Auf beiden Seiten des Oberkörpers ein Stechen. Ordentlich Luft holen …. nicht mehr möglich und meine Pace muss ich gezwungenermaßen anpassen. So ein Mist! Bei KM9 überholte mich dann auch der erste Läufer. Glücklicherweise bloß einer vom gleichzeigig gestartetem 10KM Lauf. Bei KM10 griff dann auch schon der nächste Läufer an. Ein Halbmarathoni, der mich bis KM10 verfolgte und schließlich angriff. Ein Kopf an Kopf rennen, Psychisch mindestens so anstrengend wie Physisch. Sekündlich wechselten wir uns mit den ersten beiden Plätzen ab. Kämpfen, stechende Schmerzen, keine Luft und daraus resultierende fehlende Power aber immernoch keine Lust zweiter zu werden. Kopf an Kopf -Platz1, Platz2, Platz1, Platz2, … verloren. Ich konterte seine Angriffe aber er gewann …. vorerst. Er war weit vorne. 100Meter (in etwa). Ein kurzer Moment in dem die Schmerzen nachließen und ich griff wieder an. Meter für Meterbis ich ihn wieder überholen konnte. Aber dann… Schmerz! Langsam. Wieder Kopf an Kopf. Es muss irgendwie gehen. Ich will gewinnen. Die Schmerzen ließen wieder etwas nach und ich setze mich ab. Jetzt powern. Noch 3 Kilometer, den Sieg klar machen. Gewonnen! Platz1!

2017 gut verteidigt. Top! Obwohl ich vor dem Halbmarathon noch eine 60min Radtour hinter mir hatte.

 

 

01.09.2018 – Kein Wettkampf aber offiziell

Am 01.09., also mitten in der Zeit in der ich mich „im Exil“ befand lief ich noch einen offiziellen Lauf mit. Da dieser genau 8-Tage vor einem Halbmarathon, den ich bestmöglich beenden möchte stattfand war mir von vornherein klar, das ich nicht komplett powern werde. Es sollte eine körperliche Vorbereitung werden. Am Anfang lief es aber schon etwas anders als gedacht, denn ich blieb direkt vorne mit dabei und konnte mich mit ein paar anderen Läufern absetzen. Zum Glück mit einem Führungsfahrzeug, denn die Strecke war garnicht bis sehr schlecht sichtbar markiert, was mir später noch zu schaffen machen sollte. Denn schon nach gut einem Kilometer ging es in den Wald und dort gab es ganz andere Regeln. Der spätere erstplatzierte setzte sich ab und ich machte einige Meter von jedem der hinter mir war gut. Die einen schienen die Steigungen nicht zu verkraften, die anderen rutschten mit ihren Schuhen so sehr weg, das ein vorankommen kaum möglich war. Ich gehörte dazu. Ich war aufgrund des Namen „Stadtlauf“ nicht auf Wald vorbereitet. Als wir dann noch über sehr lockeren Boden mussten und ich so tief in den Boden versank, das die Schuhsohle teils nicht mehr sichtbar war und meine Beine in allen Richtungen wegrutschten kam plötzlich auch der spätere drittplatzierte wieder sehr nahe an mich ran. Ehrlich, ich wollte ihn nicht an mir vorbei lassen und griff tief in die Trickkiste. Der Boden war mit einer fast glatten Sohle kein verbündeter und er war damit klar im Vorteil aber mir blieb noch die Technik und auf diese setzte ich nun alles. Körperhaltung, Körperspannung, Kniehub und ein unbändiger Wille im Kopf ihn nicht vorbei zu lassen waren mein Trumpf. Er verfolgte mich Kilometerweit und griff immer wieder an. Ich dachte, ich werde ihn nicht mehr los und wenn er nicht in den nächsten Sekunden überholt, dann entscheidet sich der Lauf bei einem letzten Zielsprint. Aber dann das Wunder. Der Waldboden wurde 2,5km vor dem Ziel wieder etwas fester und ich gewann wieder etwas Distanz, da ich mich aber nicht umdrehen konnte, die Strecke sehr verwinkelt war und ich dem Frieden nicht traute lief ich weiter als wäre er noch hinter mir. Es waren sowieso bloß noch 2km dachte ich mir ….. Naja oder mehr. Denn beim Kilometerschild 12  war kein Ziel in sicht. Pfeile waren die ganze Strecke schon wie eine Suche nach Ostereiern und ich hatte keine Ahnung was nun. Also lief ich einfach weiter geradeaus über befestigte, sandige Wege und fühlte mich sicherer als ich von umherstehenden Passanten hörte das ich zweiter sei. Nochmal rechts…. oder links… ??? Passanten fragen, Antwort bekommen, Treppe hoch, rechts und mit knapp 700m mehr als vor dem Start angegeben ab ins Ziel. Platz zwei. Safe! Ziemlich gut wenn man bedenkt das ich vor dem Start davon ausging bloß vierter oder fünfter zu werden.

Platz 1 war wie sich rausstellte etwa 40 sek vor mir im Ziel sei wohl ein Profi von der Triathlon Kurzdistanz.

 

 

 

Was macht man, wenn man 5km rennen auf dem Plan stehen hat aber keine 5km-Läufe in der Nähe stattfinden die einem zusagen? Genau, man läuft halt 10km. Da ein 10km Wettkampf aber zu viel wäre muss man nach der Hälfte einfach das Tempo drosseln und langsam ins Ziel laufen. Genau das habe ich am 14.07.2018 getan. Wie war der Lauf und wie ist es, in einem Wettkampf bewusst das Tempo raus zu nehmen??

Basic;
Der Start war um 18:00h und nachdem ich die ganze Woche (außer an diesem Tag) von 04:20h bis um 18:30h unterwegs war, hat das auch an diesen Tag genau in meine Routine gepasst. Selbst die Strecke hatte viel von der Heimat. Lag wohl daran das es in der Stadt war, in der ich wohne. Praktisch, so konnte ich die 10km direkt mit dem Fahrrad hin fahren.

Start:
Pünktlich um 18:00h fiehl der Startschuss für die 5k HobbyAthleten und die 10k Läufer, darunter auch meine wenigkeit. Ich konnte mich direkt absetzen, was mich sowohl verwunderte als auch irgendwo verständlich war. Denn am Start waren unter anderem Läufer des „LC Olympia Wiesbaden“, von „Eintracht Frankfurt“ und eine bekanntes Gesicht aus Oberursel. Auf der anderen Seite hatten die aber auch alle die vollen 10k als Wettkampf auf den Plan, während für mich bloß 5 schnelle km anstanden. Nach dem ersten KM kam dann aber doch noch einer an. Ein Läufer der Eintracht, welcher die 5k anpeilte und aufgrund seines Alters die Distanz auch unter 20min beenden durfte (ü20 Läufer unter 20min wurden nicht gewertet). Cool, ein Läufer mit dem man sich messen kann. Wir wussten aber beide direkt, keiner ist eine Konkurenz für den anderen. Also blieb er in meinem Windschatten und wir liefen in einer guten Pace vorweg. Bis etwa km4 blieben wir also zusammen. Er lief dann links ab richtung Ziel über einen kleinen Trail. Für mich ging es weiter bergauf (siehe Diagram). Als ich dann die Makierung zu 5k erreichte nahm ich schließlich das Tempo raus und lief locker weiter. Kurz darauf überholte mich dann auch der Oberurseler, den ich noch einen schönen Lauf wünschte. Für mich war es ja rum, er hatte nun das Recht vor mir zu laufen. Obwohl ich noch einige andere Läufer erwartete konnte ich den zweiten Platz aber noch gut halten. Erst bei km 8,5 kam jemand näher. Den wollte ich aber noch ein wenig ärgern. Ich zog das Tempo leicht an in der Hoffnung ihn ziehen zu können aber das war dann doch zu viel, denn wie ich nach einem Km merkte war er plötzlich weg. Schade. Platz 2 hätte ich ihm gegönnt. Dann halt nicht. Ab auf die Zielgerade und Swoosh! Überraschender Platz2 und erster der Hauptklasse.

Mit dem gesamtsieger lief ich auch erstmal ne Runde aus, wobei ich ihn dazu überreden musste. Bitte tut euch selbst einen gefallen und lauft nach dem Zieleinlauf noch 10-15min sehr langsam weiter. Egal wie K.O. ihr seid. Der Körper wird es euch danken.

 

Temperatur: XXX // Zeit: HH:MM:SS // Art des Laufes (Berg, Trail, Straße, Marathon, HM….. // Platzierung gesamt

 

 

Dieses Jahr habe ich bereits 2 Streckenrekorde in meinen Unterdistanzen 7km (Asphalt flach – Pace 3:05) und 11km (Bergiger Traillauf) erlaufen. Außerdem habe ich einen Marathon, einen Halbmarathon und einen 10km Lauf als gesamt Zweiter beendet, eine Halbmarathon Kreismeisterschaft gewonnen und nicht vor mit der Serie auf dem Podium aufzuhören.

2 Gedanken zu „Wettkämpfe, Berichte & Zeiten

  1. Lieber Basti,
    wir stehen voll hinter dir und unterstützen dich soweit wie möglich, damit du deine sehr hohes Ziel erreichen kannst. Wir drücken dir die Daumen, bei jedem Lauf und bei jedem Wettkampf.

    Deine Familie aus dem Norden

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